Power Dialer, Predictive Dialer, Preview Dialer – was ist der Unterschied?
Drei Bauarten, ein Ziel: weniger Handarbeit zwischen zwei Gesprächen. Sie unterscheiden sich in einer einzigen Frage – wer entscheidet, wann die nächste Nummer klingelt.
Warum überhaupt ein Dialer?
In der Kaltakquise geht die meiste Zeit nicht im Gespräch verloren, sondern davor: Nummer suchen, abtippen, vertippen, Ergebnis notieren, nächster Eintrag. Wer 80 Nummern am Tag wählt und dafür je eine Minute Handarbeit braucht, verliert 80 Minuten – jeden Tag. Ein Dialer nimmt genau diese Handarbeit weg. Er wählt, du sprichst.
Preview Dialer – du wählst selbst
Der Preview Dialer zeigt dir den Kontakt zuerst an. Du liest, du entscheidest, ob und wann gewählt wird. Maximale Vorbereitung, minimale Geschwindigkeit.
- Stärke: Zeit zum Nachlesen vor jedem Anruf.
- Schwäche: Die Hälfte der Zeit ist Vorbereitung, nicht Gespräch.
- Passt zu: wenigen, wertvollen Kontakten – Großkunden, Bestandskunden, Nachfassen nach einem Termin.
Predictive Dialer – die Maschine wählt voraus
Der Predictive Dialer wählt mehrere Nummern gleichzeitig und schätzt, wann ein Berater frei wird. Das hält große Callcenter ausgelastet – erzeugt aber zwangsläufig Anrufe, für die im Moment des Abhebens niemand bereitsteht. Der Angerufene hört dann Stille.
- Stärke: kaum Leerlauf bei vielen Plätzen.
- Schwäche: Anrufe ins Leere. Bei Geschäftskunden merkt man sich so etwas – es beschädigt genau den Ruf, den du aufbauen willst.
- Passt zu: Massengeschäft mit vielen Plätzen und kurzen, gleichförmigen Gesprächen.
Power Dialer – eine Nummer, ein Gespräch, sofort die nächste
Der Power Dialer wählt streng eine Nummer nach der anderen, immer für genau einen Vertriebler. Kein Vorhersagemodell, keine verwaisten Anrufe – aber auch kein Leerlauf: Sobald du das Ergebnis festhältst, klingelt die nächste Nummer.
- Stärke: jedes Gespräch hat einen Menschen am anderen Ende. Kein Leerlauf, kein Anruf ins Leere.
- Schwäche: pro Vertriebler nur ein Anruf zur Zeit – für Massen-Callcenter mit hundert Plätzen zu langsam.
- Passt zu: B2B-Kaltakquise im Team, längeren und individuellen Gesprächen, jedem Kontakt, der zählt.
Die drei Bauarten im Vergleich
Die Tabelle lässt sich seitlich schieben.
| Preview | Predictive | Power | |
|---|---|---|---|
| Wer entscheidet, wann gewählt wird? | Du – bei jedem Kontakt neu | Ein Rechenmodell | Dein Klick aufs Ergebnis |
| Anrufe gleichzeitig | Einer | Mehrere je Berater | Einer |
| Leerlauf zwischen zwei Gesprächen | Hoch | Fast keiner | Fast keiner |
| Angerufener hört Stille | Nie | Regelmäßig, systembedingt | Nie |
| Vorbereitung je Kontakt | So lange du willst | Keine | Leitfaden und Notiz neben der Nummer |
| Passt zu | Wenigen, wertvollen Kontakten | Massengeschäft mit vielen Plätzen | B2B-Kaltakquise im Team |
Welche Bauart passt zur B2B-Kaltakquise?
Für die B2B-Kaltakquise ist der Power Dialer meist die richtige Wahl. Die Gespräche sind länger und individueller als im Massengeschäft, jeder Kontakt zählt, und ein Fehlanruf beschädigt genau den Ruf, den du aufbauen willst. Gleichzeitig ist der Abstand zur Handarbeit gewaltig: Statt zwei bis drei Minuten Verwaltung pro Kontakt bleibt ein Tastendruck.
Wählaro ist ein Power Dialer in diesem Sinn. Du lädst deine Liste als CSV oder Excel hoch, die Spalten ordnet Wählaro selbst zu. Gewählt wird mit dem Softphone, das auf deinem Rechner ohnehin eingerichtet ist, oder direkt im Browser – eine Telefonanlage braucht es dafür nicht. Wer 3CX einsetzt, nutzt die eigens dafür entwickelte CTI: Dann klingelt zuerst die gewohnte Nebenstelle. Dein Gesprächsleitfaden steht neben der Nummer; was du abhakst, steht danach im Bericht. Aufgezeichnet wird nichts.
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